Am 19.04, unserem Wandertag, hatte es das Wetter wirklich gut mit uns gemeint. Strahlender Sonnenschein begleitete uns, die Schüler der Klasse 9b, den gesamten Weg vom Bad Dürkheimer Bahnhof bis zur „Villa rustica Weilberg“ bei Ungstein. Mit dabei waren außerdem unsere Klassenlehrerin Frau Weisbrodt, Frau Henter und fünf Austauschschüler aus dem Elsass. Fröhlich wanderten wir eine gute Stunde durch die Weinberge, bis schließlich die Ruinen, deren ehemalige Pracht noch nicht vollständig verblasst war, vor unseren Augen auftauchten.

Vor knapp 2000 Jahren hatte diese Villa noch als luxuriöser Wohnsitz für römische Bürger gedient, für uns jedoch stellte sie zunächst einmal einen geeigneten Picknickplatz dar. Wir genossen das Essen, die Wärme und die tolle Aussicht, die über Bad Dürkheim und Umgebung bis hin zum Atomkraftwerk in Philippsburg reichte. Dabei wurde uns dessen Nähe sehr bewusst und uns wurde klar, wie schnell wir bei einem Atomunfall kontaminiert werden würden, auch weil wir dieses Thema gerade noch ausführlich im Physikunterricht behandelt hatten.

Kurz darauf wurden diese düsteren Gedanken vertrieben, als Herr Lever, der uns nun durch die römischen Ruinen führen würde, die 9b begrüßte. In den darauffolgenden eineinhalb Stunden erfuhren wir einige interessante Dinge über das Leben der Villabewohner. Besonders in Erinnerung geblieben sind uns dabei die schlechten Hygieneverhältnisse (es gab dort bspw. noch kein Toilettenpapier wie heute, dafür nutze man gemeinschaftlich auf Stöcke aufgesteckte Schwämme), die im Vergleich zu späteren Jahrhunderten aber dennoch recht fortschrittlich waren. Außerdem stellte sich heraus, dass die Villa noch viel luxuriöser war, als wir zunächst geglaubt hatten. Neben der beachtlichen Größe beeindruckten uns auch die hauseigenen Thermen. Schließlich zeigte uns Herr Lever noch die alte Weinkelter und erklärte uns, wie man damals Wein produziert hatte. Der Saft aus den Trauben wurde durch Zerdrücken mit bloßen Füßen auf diesen gewonnen, was uns ebenfalls ziemlich unhygienisch erschien.
Nach dem Ende der Führung stellten wir uns zu einem Klassenfoto auf und genossen noch ein paar Minuten lang das angenehme Wetter, bis wir uns langsam auf den Rückweg zum Bahnhof machten. Hierbei überquerten wir auch einen Wasserspielplatz bei den Salinen, wobei nicht jeder Schüler trocken davonkam. An das Atomkraftwerk verschwendeten wir keinen Gedanken mehr.

Insgesamt war es ein gelungener Wandertag, was auch unsere Franzosen fanden. Und das, obwohl sie von der Führung wohl eher weniger verstanden hatten. C’est la vie.