Fächer Mathematik Bundesrunde der 49. Mathematik-Olympiade
05.09.2010
Bundesrunde der 49. Mathematik-Olympiade

Ein Bericht von Jan Baumheier (Klasse 7b)

Die Delegation von Rheinland-Pfalz mit mirNach 4 Tagen in Trier (und drei erfolgreichen Runden an der Schule) hatte ich mich als 5. in Rheinland-Pfalz für die Bundesrunde der Mathematik-Olympiade in Göttingen qualifiziert.

Am 6. Mai hieß es trotz Befreiung des Schulalltages früh aufstehen und die nötigsten Sachen für Göttingen zu packen. Um 10:30 Uhr musste ich los zum Bahnhof, um dort von einem Betreuer in Empfang genommen zu werden. So fuhr ich mit diesem und einem anderen rheinland-pfälzischen Mathematik-Olympioniken erst einmal nach Mannheim. Dort angekommen fingen wir an zu reden und merkten nicht, dass unser Zug auf ein anderes Gleis verschoben wurde. Erst als der Zug weg war, bekamen wir das mit. Was jetzt? Auf zur Information! Wann fährt der nächste Zug nach Frankfurt? Wann kommt er an? Das Glück war uns nicht hold. Der Zug würde eine Minute später in Frankfurt ankommen, als der Zug abfahren würde, mit dem wir weiterfahren sollten und in dem der Rest der Rheinlandpfalz-Auswahl mit unseren Karten ab Frankfurt saß. Doch dann merkten wir, dass der Zug nach Frankfurt, auch weiter nach Göttingen fährt. So beschlossen wir mit diesem nach Göttingen zu kommen. Nach einem Gespräch mit dem Schaffner im Zug, bekamen wir die Erlaubnis, mit diesem Zug weiter nach Göttingen zu fahren, obwohl wir keine gültigen Karten von Frankfurt nach Göttingen besaßen. Wir hatten keine Ahnung wann der Zug ankommen würde und waren so ziemlich überrascht, dass wir 30 Minuten früher in Göttingen waren, als der Rest der Gruppe.

2010_07_mathe3Unser Hotel war nur drei Geh-Minuten vom Bahnhof entfernt und hatte 4*. Hier hatte man wirklich nicht gespart. Von 15:30 Uhr hatten wir bis 17 Uhr Zeit unsere Zimmer zu beziehen und uns auszuruhen. Ich nutzte diese Chance nicht, sondern las lieber ein Buch. Um 17 Uhr ging es los zum Felix-Klein-Gymnasium (FKG) wo die Begrüßung stattfand und das Grillfest ausgetragen wurde. Das Essen war nicht zu bemängeln. Nur die Wartezeiten von bis zu 30 Minuten nervten etwas. Um 19 Uhr ging es auf zum Fußballturnier, bei dem unser Team hoffnungslos unterging. Das ist mitunter auf das Durchschnittsalter zurückzuführen. Wir bestanden aus zwei 7.-Klässlern, einem 8.-Klässler, zwei 10.-Klässlern und einem 11.-Klässler, während die anderen Mannschaften nur mit 11. bis 13.-Klässlern angetreten sind. Nebenbei spielt keiner von uns Fußball. Um 23 Uhr kamen wir ins Hotel zurück. Ich dachte nicht, dass ich vor 15 Stunden noch in Neustadt gewesen war.

Am nächsten Morgen wurden wir um 6 Uhr geweckt. (Hätte ich doch nur die Zeit am letzten Nachmittag zum ausruhen genutzt!) Dann ging es zum Frühstücken. Eine Stunde später packten wir unsere Arbeitsmaterialien zusammen und verließen das Hotel Richtung Erster-Klausur-Tag. Es wurden zwei Gruppen gebildet. Eine schrieb im FKG und eine im Mathematischen Institut. Ich bekam im MI eine Proviant-Tüte mit Schokoriegeln, einem Apfel, einer Banane und anderem und konnte ohne jeden Druck die 4½  Stunden über die Aufgaben grübeln. (Das ist den Erwartungen in der Schule auf alle Fälle vorzuziehen.) Danach gab es gegen 13 Uhr Mittagessen im FKG. Dann wurden Gruppenbilder gemacht. Und dann endlich ausruhen?!? Nein! Sofort im Anschluss startete das Rahmenprogramm. Man konnte sich im Voraus für das Luft- und Raumfahrtzentrum, eine Physiksammlung, ein Improvisationstheater, das Sportzentrum oder andere Programme entscheiden. Ich habe mich für eine Stadtführung der „Sternstunden der Mathematik“ entschieden. (Was vielleicht mit schweren Beinen nicht die beste Wahl war). Um 18 Uhr gab es Abendessen im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Was ein Glück, dass wir an diesem Abend früher nach Hause kamen!

2010-07_matheolymp2Samstag Morgen: Selbe Uhrzeit, selbe Müdigkeit und doch war etwas anders. Diesmal wussten alle was uns erwarten würde. Auch wenn das die Aufregung nicht aufzulösen vermochte. Es lagen wieder 4½ Stunden Aufgaben-Bewältigen vor uns. Beim Mittagessen um 13 Uhr war die Entscheidung schon gefallen. Die Leistungen waren abgegeben. Der Rest lag in den Händen der Korrektoren. Doch auch am Samstag ließ man uns nach dem Essen keine Zeit ins Hotel zurückzukehren. Es ging im Anschluss direkt in die Innenstadt Göttingens. Denn dort fand dann das 1. Göttinger Mathe-Spielfest statt. Es gab acht Stationen, an denen je zwei Bundesländer in verschiedenen Disziplinen gegeneinander antraten. Auch am Samstag wurde jede Minute verplant, so dass wir nach dem Mathe-Spielfest sofort zum Begegnungsabend in die Zentralmensa weitergingen.

Dort angekommen hat uns das Improvisationstheater einige sehr witzige Stücke vorgeführt. Dann gab es Essen (dabei sogar Meeresfrüchte). Bevor allerdings die Klausurmappen ausgegeben wurden, versetzte uns ein Magier in Spannung. Dann war der Moment der Bekanntgabe der Punktzahlen gekommen: 22 von 40. Für die 8.-Klässler-Aufgaben der Bundesrunde der Mathematik-Olympiade (die ich als 7.-Klässler lösen musste, weil die Bundesrunde eigentlich nur für 8.-13.-Klässler vorgesehen ist)  kein schlechter Wert. Nach Mitternacht verließen wir die Zentralmensa Richtung Hotel.

2010_07_mathe4Am Sonntag konnten wir endlich ausschlafen. Es ging "erst" um 6:30 Uhr zum Frühstück. Danach mussten wir unsere Taschen packen und sie in einem Nebenraum der Hotelhalle abstellen. Um 10 Uhr startete die Siegerehrung in der großen Aula Göttingens. Sie wurde mit einigen lustigen Stücken von einem Violinisten umrahmt. Da ich überhaupt nicht mit einer Qualifikation für die Bundesrunde gerechnet hatte, war ich ziemlich überrascht, dass ich durch eine Anerkennung, einen 4. Preis, geehrt wurde. Somit gehöre ich dieses Jahr zu den 88 besten Mathe-Kindern Deutschlands.
Um 13:45 Uhr verließen wir Göttingen. Diesmal ging bei der Fahrt mit der Bahn alles glatt, so dass ich um 19 Uhr wieder zufrieden und müde Neustadt erreichte.

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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 06. Juli 2010 um 11:34 Uhr
 

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