Fächer Sozialkunde Jugend und Parlament 2010
05.09.2010
Jugend und Parlament 2010
Geschrieben von: Berna Witzig   

Wie lebt ein Bundestagsabgeordneter? Vier Tage von der Schülerin Berna Witzig zur Bundestagsabgeordneten mit dem fiktiven Namen Julia Müller und zurück – das durfte ich erleben. Am Samstag, dem 05.06.2010, ging es los – auf nach Berlin.

Schon auf der Fahrt traf ich viele Jugendliche, die auch zu “Jugend und Parlament“ nach Berlin unterwegs waren. Im Bundestag angekommen, ging es auch gleich los, man wurde in Parteien eingeteilt und traf sich danach gleich in den echten Fraktionssälen im Bundestag zu der ersten Fraktionssitzung unserer Partei. Ich wurde der PSG (die Linke) zugeteilt. Heute stellte man sich noch unter seinem richtigen Namen und als Schüler vor. Dies sollte sich künftig ändern.

Am nächsten Tag ging es gleich zur Sache. Fraktionsvorsitzende und ihre Stellvertreter wurden gewählt, sowie die Schriftführer benannt. Außerdem wurden wir ab diesem Tag nur noch mit unserem fiktiven Namen angesprochen. Mein Name war jetzt Julia Müller; d.h. ab diesem Zeitpunkt waren wir richtige Abgeordnete und in unsere Parteien integriert.

Danach wurden die zu debattierenden Themen vorgestellt, diese waren: Alkoholverbot für Jugendliche U18, direkte Demokratie, Gleichheit Ost-West und Rente ab 70. Ich gehörte dem Jugend-Ausschuss an und beschäftigte mich mit dem Thema Alkoholverbot für Jugendliche U18. Des Weiteren wurde ich zur Arbeitskreissprecherin und Ausschussvorsitzenden gewählt.

Dann ging es zum ersten Mal in den Plenarsaal, indem die jeweiligen Ausschüsse offiziell mit den Themen betraut wurden. Daraufhin gingen wir wieder in die Fraktionssäle und diskutierten die Themen, mit denen wir betraut wurden. Am Montag wurde dann mit den anderen Parteien in den jeweiligen Ausschüssen über die Themen diskutiert und abschließend abgestimmt.

Danach musste ich als Arbeitskreissprecherin meiner Partei das Ergebnis der Ausschusssitzungen mitteilen und es wurde nochmal darüber beraten, wie die ganze Partei am nächsten Tag im Plenarsaal abstimmen soll. Des Weiteren wurden die Redner für die abschließende Sitzung im Plenarsaal festgelegt. Den restlichen Abend wurde ausgiebig an den Reden für den nächsten Tag gearbeitet. Wir, die Linken, hatten vier Minuten Redezeit pro Thema und zwei Redner.

Am vierten und letzten Tag wurden im Plenarsaal die jeweiligen Redner aller Parteien angehört, die noch einmal die Meinung ihrer Partei zum jeweiligen Thema deutlich machten, und wie in den Fraktionen vorher beschlossen, darüber abgestimmt.

Darauf folgte noch ein Highlight: eine Podiumsdiskussion mit den derzeitigen fünf Fraktionsvorsitzenden: Birgit Homburger (FDP), Frank Walter Steinmaier (SPD), Michael Kretschmer (CDU/CSU), Renate Künast (Grüne) und Gregor Gysi (die Linke). Das Thema der Podiumsdiskussion war die Stellung der Banken in der Krise. Nach der Diskussion, die sich nach wenigen Minuten eher in einen Wahlkampf verwandelte, war noch eine Stunde Zeit, um Bilder zu machen und danach ging es auch schon wieder nach Hause.

Abschließend bleibt mir nur zu sagen, dass das Leben eines Bundestagsabgeordneten zwar sehr anstrengend ist, jedoch auch viel Spaß machen kann. Für mich war „Jugend und Parlament“ eine schöne Zeit und eine riesengroße Erfahrung, die ich jeder Zeit wieder machen würde.

Berna Witzig 11b

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