Wir, die Klasse 8a, waren mit unserer Lehrerin Frau Schweighoffer bei der Villa Böhm, um ein bisschen mehr über die Zeit des Nationalsozialismus vor dem Zweiten Weltkrieg und konkret über das Leben dieser Zeit hier in Neustadt zu erfahren.

Geleitet wurde die Führung von dem Begründer der Ausstellung Dr. Raasch und einer seiner Studentinnen von der Universität in Mainz.

Vor der Villa wurden wir in zwei kleinere Gruppen eingeteilt, damit wir auch die Chance hatten alles zu hören und zu sehen.

Oben in der Villa angekommen wurden wir nach einer kurzen Einführung in den ersten von fünf Räumen geleitet.

In diesem wurden uns die Brauchtümer und die Tradition der Pfalz gezeigt: Wein, Demokratiebesinnung (Hambacher Fest) und die Nähe zu Frankreich. Durch einzelne nationalsozialistische Elemente, wie z.B. einem Mantel aus der damaligen Zeit, die Umbenennung von Neustadt an der Haardt in Neustadt an der Weinstraße oder einem Bild der ersten Weinkönigin (Wahlen der deutschen Weinkönigin in Neustadt wurden durch die Nationalsozialisten eingeführt) sollten wir schon eine langsame Vermischung der einzelnen Elemente der damaligen Zeit erkennen.

Das nächste Zimmer war größer und uns wurde erklärt, was der Nationalsozialismus überhaupt ist und welche Rolle die entstehende Volksgemeinschaft zur damaligen Zeit spielte. Dazu wurde uns ein Video auf einem Tablet gezeigt, in welchem eine Zeitzeugin über ihr Leben als Mädchen in dieser Zeit berichtete. Auf der einen Seite gab es attraktive Angebote (z.B. Fußballspiele gegen große Vereine, obwohl Neustadt selbst nur ein kleiner Verein war), vermeintlich attraktive Angebote, wie z.B. den Bund Deutscher Mädel oder die Hitlerjugend und auf der anderen Seite Zwang, Gewaltanwendung, Unterdrückung von Andersdenkenden, sich nicht integrierende Personen, Juden und Sinti und Roma. Häufig gab es eine Vermischung beider Aspekte.

Im nächsten Raum wurde über Verfolgte, Entrechtete und Ermordete gesprochen. Wir erfuhren von den Juden in Deutschland und in der Pfalz. Uns wurden Steckbriefe von einigen Juden gezeigt, die hier in der Umgebung gelebt hatten und welche zum Teil deportiert worden sind. Ebenso wurde uns das Thema Euthanasie durch Neustädter Beispiele nähergebracht. Es war ziemlich erschreckend, wer alles als „nicht lebenswert“ abgestempelt wurde.

Der nächste Raum war in zwei Teile aufgeteilt. Im ersten Teil wurde uns erklärt, wie man als Kind in dieser Zeit gelebt hat. Wir durften auch ein kleines Brettspiel spielen, dessen Inhalt für uns heutzutage unvorstellbar ist. Im zweiten Teil des Raumes wurde uns gezeigt, dass nicht jeder für den Krieg geeignet war und was das in der damaligen Zeit bedeutete.

Zum Abschluss durften wir nochmal zu bestimmten Fragen unsere Meinung auf einen Zettel schreiben.

Insgesamt war es eine sehr tolle Führung, da wir viel gelernt haben und auch viele Fragen stellen durften. Wir bedanken uns bei der Villa Böhm, dass wir die Möglichkeit bekommen haben, diese Führung mitmachen zu dürfen.