Am Anne-Frank-Tag 2026 trafen sich Schülerinnen und Schüler aus den Klassenstufen 7, 8, 11 und 12 unseres Gymnasiums zu einem bewegenden Projekttag. Ziel war es, Erinnerung lebendig zu halten, über den Lebensweg von Anne Frank zu sprechen und gemeinsam Haltung gegen Rassismus, Antisemitismus und Ausgrenzung zu zeigen.

Der Tag begann mit einer Schreib- und Gestaltungsphase: Die Teilnehmenden haben in einem Heft ihre eigenen Erinnerungen festgehalten — angeregt durch Fragen, die auf bunt gestalteten Schnipseln ausgelegt waren. So entstand ein persönliches Sammelheft voller Erfahrungen, Gedanken und Erinnerungen.

Des Weiteren setzten sich die Schüler*innen mit Hilfe einer Plakatausstellung ausführlich mit dem Leben von Anne Frank auseinander. Die Ausstellung war in riesiger Größe angefertigt und im Schulhaus aufgehängt worden — sie bot viele Informationen und Fotos und lud zum genauen Hinsehen und Nachdenken ein.

Nach der Pause konnten die Schüler*innen aus mehreren Workshops wählen. Die Angebote verbanden kreatives Arbeiten, wissenschaftliche Quellenarbeit und digitale Erinnerungsarbeit:

  • Poetry Slam
    Kreatives Schreiben und Vortrag: Schülerinnen und Schüler probierten sich im Spoken-Word-Format, setzten persönliche Eindrücke in poetische Texte um und übten, ihre Stimme öffentlich zu erheben.
  • From numbers to names (Arbeit mit Archivakten aus der Gedenkstätte Neustadt)
    In diesem Workshop arbeiteten die Teilnehmenden mit Originalakten und Dokumenten. Ziel war es in individuelle Lebensgeschichten einzutauchen und den Menschen eine Stimme zu geben.
  • Damit jeder, der sucht, auch findet (Digitalisierung über das Arolsen Archiv)
    Die Schülerinnen und Schüler lernten, wie historische Dokumente digital gesichert und zugänglich gemacht werden. So werden Erinnerungen langfristig bewahrt und für Recherchen verfügbar.
  • Anne Frank und ihr Tagebuch
    Lesen und Gespräch: Auszüge aus Annes Tagebuch wurden vorgelesen und gemeinsam besprochen, um die Entwicklung ihres Schreibens und ihrer Perspektive besser zu verstehen.
  • Rassismus hat keinen Platz (Kreidekunst, Postkarten, Zitate)
    Kreative Aktionen gegen Rassismus und Antisemitismus: Aufgrund schlechten Wetters wurden die vorbereiteten Statements, Zitate und Postkarten statt allein auf dem Schulhof auf große Plakate geschrieben und im Schulhaus auf den Boden geklebt — so, dass man bewusst „darüber stolpern“ musste und ins Nachdenken kam.
  • Wir sind ein Team (Button gegen Rassismus/Antisemitismus)
    In diesem Angebot gestalteten die Teilnehmenden Buttons mit klaren Botschaften gegen Ausgrenzung, die viele anschließend sichtbar trugen.

Wer Zeit hatte, konnte außerdem die offizielle Anne-Frank-Zeitung anschauen und sich so weiter informieren.

Zum Ende des Tages präsentierten einige Schüler*innen ihre Gedichte — Ergebnisse etwa aus dem Poetry-Slam-Workshop — und es entstand ein offenes Gespräch über die Bedeutung von Erinnerung. Themen waren:

  • Warum Erinnerung wichtig ist: Um aus der Geschichte zu lernen und Menschen sichtbar zu machen.
  • Wie wir uns für Erinnerung einsetzen können: Archivarbeit, Digitalisierungsprojekte, Ausstellung und öffentliche Aktionen.
  • Menschlichkeit und Zivilcourage: Die Bedeutung, immer Mensch zu bleiben und aktiv gegen Ausgrenzung, Rassismus und Antisemitismus Stellung zu beziehen.

Der Anne-Frank-Tag 2026 war ein intensiver, vielseitiger Tag, der sowohl persönliche Reflexion als auch historische Auseinandersetzung ermöglichte. Die Verbindung von kreativen Formaten, Archivarbeit und öffentlicher Präsenz hat den Schüler*innen deutlich gemacht: Erinnerung ist Aufgabe und Verantwortung — und jeder einzelne kann dazu beitragen, dass die Erinnerung lebendig bleibt und Ausgrenzung keinen Platz hat.

Katrin Krause und Christina Schweighoffer