Exkursion des LK Geschichte 12 nach Erfurt und Weimar

Ein schöner Teil unserer Exkursion war der gemeinsame Erkundungstour durch Erfurt am Anreisetag. Nachdem wir auf die Zitadelle Petersburg gestiegen und den weitreichenden Ausblick über Erfurt genossen haben, ging es weiter zu einem gemeinsamen Abendessen in der Stadtmitte. Der Erkundung wurde anschließend in einem, mittlerweile dunklen, Erfurt fortgeführt und wir hatten viel Spaß dabei, gemeinsam Schaufenster, Architektur und Statuen aus der Kindheit, wie dem Sandmännchen anzugucken.

Insgesamt war dieser Abend, genau wie die ganze Exkursion ein sehr schönes Erlebnis, welche, besonders mit einer guten Gruppe, definitiv eine Reise wert ist.

Am interessantesten fand ich das Stasi-Museum, weil wir dort viele neue und teilweise auch überraschende Dinge über die Arbeit der Stasi und den Umgang mit den Menschen erfahren haben. Besonders spannend fand ich, dass wir durch die Führung, den Workshop und die original erhaltenen Zellen einen viel besseren Einblick in diese Zeit bekommen haben und dadurch vieles noch einmal bewusster verstanden habe.

Besonders interessant fand ich die Besichtigung der einzelnen Zellen im ehemaligen Stasi-Gefängnis. Dadurch konnte man sich besser vorstellen, wie die Gefangenen dort gelebt haben. Außerdem konnte man den damaligen Tagesablauf und die Gefühle der Menschen besser nachvollziehen. Durch den Audioguide erhielt man zusätzliche Infos der Gefangenen, die man bei der bloßen Besichtigung gar nicht erkannt hätte.

Mir gefiel der Besuch bei dem Erinnerungsort von Topf & Söhne, ein Unternehmen, das während der NS-Zeit die Öfen für die Konzentrationslager herstellte. Dort haben wir uns nämlich mit der Frage beschäftigt, ob und wieviel Mitschuld das Unternehmen und die Beteiligten an den damaligen Verbrechen trugen. Hierzu konnten wir individuelle Personen näher betrachten und unterschiedliche Gründe für die Verbrechen unter ihnen feststellen, was sehr spannend war.

Die bizarre Realität des nationalsozialistischen Vernichtungswahns wurde meiner Meinung nach an diesem Fester sehr deutlich. Der Ingenieur, der für den Bau der Krematorien der Konzentrationslager verantwortlich war, hatte genau hier seinen Schreibtisch. Man blickt genau auf den Ettersberg, auf dem das KZ Buchenwald errichtet wurde. Heute steht auf ihm der Glockenturm der Gedenkstätte, früher soll man an klaren Tagen die Rauchschwaden gesehen haben.

Mir ist am meisten der Besuch im Konzentrationslager Buchenwald in Erinnerung geblieben, es war interessant die Größe des KZs in echt zu sehen und nicht nur Dokus oder Bücher darüber zu lesen. Die Stimmung war insgesamt echt nicht gut; zum einen, da das Vorortsein echt viel ausmacht und das Wetter passend dazu sehr neblig, trüb und kalt war. Ich war sehr nachdenklich dort und habe mir vorgestellt, wie es damals wohl alles abgelaufen sein muss und welche Verbrechen alle an dem Ort, an dem ich zu diesem Zeitpunkt stand, abgelaufen sind. Obwohl es teilweise echt schrecklich war die Ausmaße zu sehen, war es dennoch sehr lehrreich, interessant und vor allem lohnenswert sich das ganze mal anzuschauen, da solch schreckliche Geschichten an diesen Orten bewahrt werden und einen immer wieder daran erinnern, dass so etwas niemals und auf gar keinen Fall jemals wieder passieren darf.

Die Innenstadt Erfurts ist sehr beeindruckend. Viele Häuser wurden in der DDR aufgrund von Geldmangel nicht wieder neu gebaut bzw. abgerissen und durch moderne Häuser ersetzt. Genau aus diesem Grund stehen noch viele alte Häuser in Erfurt und geben zusammen ein sehr schönes und einladendes Gesamtbild ab. Jedesmal wenn man durch Erfurt durchgefahren ist, gab es etwas Neues zu entdecken, und die Geschichte ist sehr beeindruckend.

In Erfurt gibt es die Krämerbrücke; die ist eine Gasse, die über einen Fluss gebaut wurde und deswegen sehr gewölbt ist. Da wir leider erst abends da vorbeigekommen sind, konnten wir die vielen verschiedenen kleinen Läden nicht besuchen, aber schon allein die Schaufenster haben viele von uns ca. 10 min in dieser kurzen Gasse gehalten. Auf dem Bild stehen wir quasi vor der Krämerbrücke — die zwei Bögen, die über den Fluss gebaut sind. Auch dieser Ort war sehr schön und hatte ein cooles Ambiente abgegeben.

Insgesamt fand ich die Innenstadt sehr interessant und beeindruckend und ein Grund mal Erfurt zu besuchen.

Über das Bauhaus-Museum in Weimar gingen die Meinungen auseinander. Alle Exkursionierenden zeigten sich aber angetan von der Auswahl der Sitzmöbel in Bauhaus-Tradition, die zum Ausprobieren einluden. Nur folgerichtig, ist doch die Grundidee des Bauhauses die Verbindung von anspruchsvollem Design und solidem Handwerk. Da war sogar die Körperrückseite beeindruckt.

Und natürlich lernt man in Geschichte (bzw. im Hostel) nicht nur verstaubtes Zeug, sondern auch Lebenspraktisches.